Die Zukunft kennt keinen Spiegel

Wie ihr aus den Infos zu meiner Ausrüstung entnehmen könnt, fotografiere ich seit zwei Jahren spiegellos mit der Olympus OM-D E-M5.

Natürlich bin ich, als kleiner (Noch-) Amateur nicht maßgeblich. Und „größer, schneller, weiter“ gilt neben der Automobilbranche insbesondere auch für die Fotografie. Statt „wieviel PS hat der“ wird dann gefragt „wieviel Megapixel hat die“. Ist mir am Sonntag bei den Aufnahmen im Kettenschmiedemuseum wieder passiert.

Ich war mit Stativ und den schnuckligen Olympus-Objektiven (in diesem Fall das M.Zuiko 9-18) unterwegs und habe meine HDRs gemacht, die anderen dann mit ihren Canonen, Kit-Objektiv und Built-In Blitz.

Jetzt habe ich einen interessanten Artikel eines Profis gefunden: Hochzeitsfotograf Robin Schimko ist auf Olympus E-M1 umgestiegen und lässt seine Nikon D800 im Schrank. Hier sein Bericht.

Inzwischen hat er auch die Fuji X-T1 getestet, und wird diese in Kürze mit der E-M1 vergleichen.

Paddy Ludolph wird immer wieder gefragt, welche Olympus OM-D man sich kaufen soll. Auch er ist Profi-Fotograf, der immer mehr zur Olympus greift. Hier seine Empfehlung.

Dazu auch meine persönliche Meinung zur Systemwahl. Mit Olympus und Panasonic (Micro Four Thirds), Fuji und Sony (APS-C) sowie der neuen Sony A7-Serie (Kleinbild/Vollformat) stehen neben den kleinen Formaten (Nikon 1 (1″) und Pentax Q (1/1,7″ und 1/2,33″)) in allen Sensorklassen Systemkameras zur Verfügung. Samsung bemüht sich, mit ihrer NX-Serie Fuss zu fassen (ebenfalls APS-C) und Canon hat eher halbherzig die EOS-M mit APS-C im Programm. In Kürze startet Leica mit einer neuen Serie neben ihren M-Modellen (aber weiterhin ausschließlich manuellen Objektiven).

Unabhängig vom Hersteller, welche Sensorgröße sollte man wählen?

Hier ein Vergleich der Sensoren. (Quelle: https://2epicbits.com/2013/12/micro-four-thirds-maturity/)

Objektive für größere Sensoren haben eine kleinere Tiefenschärfe, weil sie eine größere Brennweite für den gleichen Bildausschnitt haben müssen. Aber dies bedeutet auch, dass die Objektive größer sein müssen, insbesondere wenn die Blende gleich bleiben soll.

Spiegellose Systeme mit großen Sensoren brauchen prinzipiell die gleichen Objektive wie ihre entsprechenden Spiegel-Vettern. Einziger Vorteil ergibt sich bei kurzen Brennweiten durch das geringere Auflagemass (es ist dann keine Retrofokus-Konstruktion, die den Brennpunkt künstlich nach hinten verlagert, notwendig). Das sieht man daran, wenn man sich ansieht, welche Objektive im System am flachsten sind. Bei Spiegelsystemen ist es das 2.8/40 mm von Pentax, bei spiegellosen APS-C sind es die 23 mm und 27 mm Pancakes von Sony und Fuji. Bei Olympus und Panasonic liegen die Pancakes im Bereich 14/17/20 mm. (Pancake = Pfannkuchen, weil sie so flach sind).

Was man bei längeren Brennweiten am Gehäuse spart, muss dem Objektiv hinzugefügt werden.

Ein 1.8/85 für Vollformat ist also an Spiegellosen und Spiegelsystemen immer etwa gleich groß. Man vergleiche diese mit dem 1.8/45 von Olympus, welches die gleiche Bildwirkung hat.

Für mich ist daher das Micro Four Thirds-System der beste Kompromiss zwischen Bildwirkung, Objektivgröße und Bildqualität. Außerdem hat es derzeit die größte Auswahl an Objektiven, neben dem Sony (ehemals) NEX-System.

Noch ein Link zum Vergleich: Fuji X-T1 mit 1.4/35mm, Olympus E-M1 mit 1.8/25mm und Sony A7 mit 1.8/50mm Objektiv. Außerdem die Panasonic GM1 als kleinster Vertreter mit MFT-Sensor.

https://camerasize.com/compact/#520.408,482.411,487.87,491.397,ha,t