DSGVO – Das Ende der Porträtfotografie?

Bereits seit zwei Jahren ist die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft und ab 25. Mai 2018 ist sie anzuwenden.

Betreiber von Webseiten beschäftigen sich schon länger mit den neuen Bestimmungen, und auch ich habe im Zuge dieser Bestimmungen meine Seiten auf SSL-Verschlüsselung umgestellt, wodurch auch ein Providerwechsel notwendig war.

Was viele Fotografen nicht auf dem Schirm haben: Auch Bilder von Personen sind dazu geeignet, Personen zu identifizieren und in einen datenschutzrechtlichen Zusammenhang zu bringen (z.B. wo hat sich die Person zu einem bestimmten Zeitpunkt befunden). Daher sind auch Fotos „personenbezogene Daten“ (…), die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen [Zitat Wikipedia]

Hinweis: Die folgenden Anmerkungen und Hinweise sollen Denkanstöße für eigene Recherche sein und sind unverbindlich.

Somit muss man bereits vor einer Aufnahme die Zustimmung der Personen holen (am Besten schriftlich). Die fotografierten Personen dürfen jederzeit die Löschung der Fotos verlangen. Bisher stand das Kunsturhebergesetz über dem Datenschutzgesetz. Mit der DSGVO hat sich dies geändert. Ausnahmen für den künstlerischen und journalistischen Bereich muss in einem weiteren Gesetz geregelt werden. Leider ist ein solches in Deutschland, im Gegensatz z.B. zu Schweden, bisher nicht erlassen worden.

Was bedeutet dies nun für Fotografen?

  • Streetfotografie ist in der ganzen EU tot.
  • Fotoaufnahmen von Personen der „relativen Zeitgeschichte“ sind nicht mehr erlaubt.
  • Über künstlerische Porträtaufnahmen schwebt jederzeit das Damoklesschwert der Löschanforderung
  • Hochzeitsreportagefotografie ist tot, da nur zwischen Fotograf und Brautpaar i.d.R. ein Vertrag geschlossen wird und nicht mit allen Gästen
  • Journalistische Fotografie ist nur noch sehr eingeschränkt möglich.
  • Auftragsbilder dürfen nur noch solange gespeichert werden, bis der Auftrag abgewickelt ist.

Das ist natürlich sehr pauschalisiert formuliert und in dieser Konsequenz nicht haltbar. Weitere Informationen, auch über Lösungsmöglichkeiten, unter den folgen Links:

Freelens: Aus Fotos werden Daten

Fotorecht Seiler: DSGVO und Fotografie, Teil 1
Fotorecht Seiler: DSGVO und Fotografie, Teil 2
Fotorecht Seiler: DSGVO und Fotografie, Teil 3
(wird fortgesetzt)

Telemedicus, Jan Mönikes

cr-online.de, Benjamin Horvath

Und speziell für Bilder von Kindern auf Webseiten von Kitas, Schulen, etc.
Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein

Es wurde inzwischen auch eine Petitions-Unterschriftenliste eröffnet, die hier gezeichnet werden kann:

Openpetition DSGVO für Fotografen

Alle Links ohne Gewähr.