Frequenztrennung in der Beauty-Retousche

bildberechnungEine Methode zur Retousche von Hautunreinheiten macht die Runde: Die Frequenztrennung.

In Verbindung mit einem Plugin wie Imagenomic Portraiture kann man damit in wenigen Minuten ein ansprechendes Ergebnis erzielen.

Hier ist das Originalbild (Klick für größere Version):

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMan lädt das Bild in Photoshop und kopiert die Hintergrundebene zwei Mal. Die erste Kopie benennt man „Farbe“ oder „Tiefpass“, die zweite Kopie „Struktur“ oder „Hochpass“.

Moment mal, Hochpass, das kennt man doch. Damit kann man auf einfache Weise ein Bild schärfen. Genau darum geht es! Man zeichnet die Farbebene weich und hebt dieses gezielt durch die Hochpass-Ebene wieder auf. Danach wird die Farbebene durch Portraiture bereinigt und fertig.

Den „Tiefpass“ kennen Digitalfotografen übrigens auch. Zumindest wenn man die fortschreitende Technik verfolgt. Denn früher hatten alle Kameras einen Tiefpass oder AA-Filter (Anti-Aliasing). Damit wird vermieden, dass Strukuren des Objekts zu Überlagerungen auf dem Sensor führen (Moiré-Muster). Modernere Verfahren verhindern dies inzwischen auf andere Weise (z.b. Mikrozuckungen des Sensors (Pentax) oder anderer Aufbau des Sensors (Fuji X-Trans)), so dass der Filter immer öfter weggelassen wird, was zu schärferen Bildern führt.

Zurück zur Frequenztrennung. Hier nochmal das Original-Bild:

original

Man wendet nun den Gaußschen Weichzeichner auf die untere Ebene an:

weichzeichnerNicht zu extrem, Radius unter 10 Punkte reicht. Man muss dass Bild noch erkennen können.

Jetzt die Bildberechnung: Man zieht die weichgezeichnete Ebene von der Strukturebene ab. Die Parameter:

bildberechnungDas Ergebnis ist eine Hochpass-Ebene, wie man sie aus dem Schärfen kennt:hochpassDann den Ebenen-Modus auf „Lineares Licht“, und schon hat man eine perfekte Kopie des Ursprungbildes.

Man kann jetzt z.B. kleine Narben oder Fältchen auf der Struktur-Ebene korrigieren, ohne die Farbe zu beeinflussen und andererseits Hautrötungen, Muttermale etc. auf der Farb-Ebene, ohne die Struktur zu verlieren.

Ich verwende Imagenomic Portraiture mit maximalen Einstellungen auf die Farbebene:

portraiture  portraiture-ebeneWenn man dann wieder die Struktur darüberblendet, sieht das Ergebnis schon recht ansehnlich aus:

gesamtDa mir diese Wirkung zu stark ist, reduziere ich die Portraiture-Ebene auf 60% und voilá:

ergebnisUnd als ganzes Bild (ohne jegliche weitere Retousche!):

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZum Abschluss noch zwei Links auf Schulungsvideos dazu:

Frank Doorhof: A tip on skin retouching

Markusfotos: Frequenztrennung in Photoshop ganz einfach erklärt