Photokina 2016 – Nachlese

Die gelbe TascheJetzt ist es vorbei. Vollbepackt mit Taschen und Prospekten und vielen Eindrücken wieder zu Hause.

Wie beim letzten Mal so habe ich mich auch diesmal an zwei Tagen auf den Weg gemacht. Dank großzügiger Verteilung von kostenlosen Eintrittskarten musste ich nur die Bahnkarte bezahlen.

Was ist geblieben? Am ersten Tag habe ich viele Fotografen-Shows besucht, hauptsächlich bei Fuji. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen hatte Fuji im Voraus die exakten Termine veröffentlicht, zum anderen waren dort mehrere Fotografen, die ich gerne aus der Nähe erleben wollte, insbesondere Bert Stephani und Zack Arias. Zu Jens Burger wäre ich auch gerne gegangen, aber das passte zeitlich nicht. Aber dafür habe ich ja den Workshop am 12. November bei ihm. Wer noch daran teilnehmen möchte: Beeilen. Da Fuji Werbeflyer für die Workshops verteilt hat, sind nur noch wenige Plätze frei.

Ines Thomsen, PhotokinaHier ein paar Eindrücke von den Shows. Im Nachhinein hat mich die Show von Ines Thomsen am meisten beeindruckt. Sie hat es geschafft, trotz der vielen Zuschauer mit ihrem Model eine intime Atmosphäre mit sehr emotionalen Ergebnissen zu schaffen.
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m9229460Nach Ines kam dann Bert Stephani. Er ist der erste Fotograf, von dem ich Schulungs-Videos gekauft habe, und auch er hatte etwas Besonderes auf Lager: Was macht man, wenn das Licht zu hart ist, man aber keine Reflektionsfläche hat? Man nimmt, was man kriegen kann, und wenn es die hohe Stirn eines Freundes ist.

 

Für mich folgte dann eine kurze Unterbrechung mit einer Show bei Sony und Alexander Heinrichs. Er stellte die kleine Sony 6300 vor, mit einem Action Shooting.

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m9229495Wie man sieht – auch mit einer Olympus E-M1 und dem 40-150 aus der letzten Reihe klappt es, wenn natürlich auch nicht so spektakulär mit Blitz-Dauerlicht.

 

 

 

Letzter Vortrag war dann Zack Arias, wieder bei Fuji. Auch ihm kam es auf besondere Lichtführung an und er zeigte einige Beispiele.

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Den Models in den Shows ging es eigentlich recht gut – im Gegensatz zu den Stand-Models. Den ganzen Tag auf der Schaukel sitzen war das Schicksal am Panasonic-Stand.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOb es ihr dabei besser ging als diesem jungen Mann, der sich bei Fuji von den Besuchern bemalen lassen durfte, kann ich nicht beurteilen.

Es wird bunt bei Fuji

Am zweiten Tag ging es mehr um persönliche Kontakte. Mittags einen Termin beim Stilpiraten auf dem Pentax/Ricoh-Stand. Er sprach über sein Logbuch New York. Anschließend dann der große Treff hinter den Kulissen von Olympus. Zu den Einzelheiten gleich.

Die gelbe Tasche beim Olympus PlaygroundZum Abschluss ein kurzer Abstecher in den Olympus Playground. „Kurz“ ist dabei der richtige Ausdruck. Mittels Pendelbus (schwarzer Mercedes Van mit Chauffeur in dunklem Anzug, Knopf im Ohr und Sonnenbrille auf der Nase – wir kamen uns sehr wichtig vor) gings auf das alte Werksgelände. Na ja, zum Kamera ausprobieren ganz witzig, aber mir hat der Playground vor zwei Jahren wesentlich besser gefallen. Und so konnten wir nach 15 Minuten den gleichen Bus zurück nehmen.

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Nachdem sich die Tore an diesem Samstag geschlossen hatten, hat Marcus Boos (marcusfotos.de) noch zu einem stationären Modelwalk eingeladen. Wir waren zwar nur eine kleine Truppe, hatten aber viel Spaß. Und einige Fotos sind dabei auch noch entstanden.

 

 

Was hat die Photokina an technischen Neuerungen gebracht? Wenig, würde ich sagen. Sony reitet ein totes Pferd weiter mit der neuen Alpha 99. Canon brachte die 5 D Mark IV und die M5. Die EOS M5 ist jetzt da, wo sie vor drei Jahren hätte sein sollen, jetzt ist es eher ein „Me too“ – aber immerhin ein etwas ernsthafterer Versuch mit einer spiegellosen Kamera.

Nikon hatte sein ganzes Pulver schon vorher verschossen und somit nur ein paar neue Action-Kameras vorgestellt. Die Pentax K1, das sehr späte geborene Kleinbildsystem, wurde auch schon vor einiger Zeit vorgestellt.

Also tote Hose im Kamera-Bereich? Nein, es gibt da eine Firma, die schon 2008 mit einer kleinen Sensation aufwartete, als die X100 vorgestellt wurde. Jetzt stößt sie in neue Bereiche vor – die Welt des digitalen Mittelformats. Und zwar spiegellos. Damit ist diese Fuji der direkte Konkurrent der neuen Hasselblad, wir werden sehen.

Zum Schluss Olympus. Mit der neuen (und leider noch nicht serienreifen) M1 Mark II stellt Olympus alle bisherigen Kameras in den Schatten: 18 Bilder pro Sekunde mit Standard-Verschluss und Autofokus, 60 Bilder mit elektronischem Verschluss und ohne Autofokus-Nachführung. Dazu 6,5 Zeitstufen Bildstabilisator mit dem 300er oder dem neuen 12-100. Die Kamera wird 121 Phasen-Kreuzsensoren über die gesamte Sensorfläche haben. Damit hat Olympus vielleicht seine Nische in der Sportfotografie gefunden. Wir werden sehen. Immerhin erhält die Kamera auchzwei SD-Slots und eine wesentlich höhere Akkukapazität. Absolute Wetterfestigkeit gibt es schon jetzt.

Ach ja, da war noch was: Panasonic. Hat die GH5 angekündigt. Und eine neue Objektivserie.

Abschließend kann man sagen: MFT ist quicklebendig, bei APS-C und Kleinbildformat scheint das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein, und spiegellloses Mittelformat ist im Kommen. Vermutlich wird das auch der Weg der Zukunft sein: Kleine und leichte Systeme für die Handy- und All-in-One-Aufsteiger wie Olympus, Panasonic, Sony Alpha 6000-Serie und Fuji X-Serie, dann der „Profi-Bereich“ mit dem Kleinbildformat, und im Studio wird die neue Mittelklasse übernehmen.

Ich bin gespannt, wie sich die Fotowelt bis zur nächsten Photokina entwickeln wird.

Und hier noch ein sehr guter Artikel von Markus Wäger, Buchautor „Grafik und Gestaltung“, über MFT:

Markus Wäger: Der Kern von MFT ist Kompaktheit