Ein neues Baby: Lensbaby Sol 22

Sonneblume mit Hummeln

Ich bin schon länger auf der Suche nach einem Lensbaby für meine Olympus-Kamera. Natürlich kann ich jedes dieser Objektive für eine DSLR über einen Adapter anschließen. Allerdings verdoppelt sich dabei die Brennweite, und der Lensbaby-Effekt geht durch die Hintergrundkomprimierung (aus einem 40er Normalobjektiv wird ein 80er Tele) verloren.

Mit dem Lensbaby Spark habe ich es versucht, aber durch die sehr spezielle Bedienung haben mir ein bis zwei Hände oder ein Stativ (was ich normalerweise nicht bei mir habe) gefehlt.

Jetzt habe ich die Lösung gefunden: Lensbaby hat die Sol-Serie herausgebracht. Ein relativ kleines Objektiv mit dem Lensbaby-Look und einer Tilt-Funktion, um den Schärfepunkt zu verlegen. Und, das Beste, dieses Objektiv gibt es in zwei Ausführungen: 22mm für Olympus und Panasonic und 45mm für alle anderen. Also für mich quasi ein Normalobjektiv. Die minimale und maximale Blende beträgt 3.5.

Was macht nun so ein Objektiv? Es hat nur einen sehr eng begrenzten scharfen Bereich, der Rest verschwimmt in einer cremigen Unschärfe. Am Besten sieht man den Effekt bei meinem Testchart, welches auch die gute Schärfe im „Sweet Spot“ zeigt.

Lensbaby am Testchart

Nur der mittlere Kreis ist scharf, der Rest erinnert an ein Traumbild. Eine Art Bewegungsunschärfe. Und natürlich kann man diesen Effekt in Photoshop nachbilden, muss man aber beim Lensbaby nicht.

Aber nicht immer möchte man den Schärfepunkt in der Mitte haben. Was nun? Man löst den hinteren Ring durch eine kleine Drehung und kann nun das Objektiv verschwenken. In die Richtung, die man scharf haben möchte.

Am Testchart kann man auch diesen Effekt gut sehen. Man richtet das Objektiv einfach dorthin aus, wo man den Schärfepunkt hinlegen möchte.

Lensbaby verschwenkt am Testchart

Und schon wird der andere Bereich scharf.

Wenn man denn entsprechend scharfgestellt hat, denn das Objektiv ist ein manuelles Objektiv. Für die Scharfstellung empfiehlt es sich, Fokus Peaking zu verwenden. Hinweis an mich: Um gelbe Blumen zu fotografieren, ist gelbes Fokus Peaking nicht unbedingt geeignet….

 

Durch den kleinen Schärfebereich ist es relativ einfach, den Schärfepunkt dann zu finden. An einer DSLR mit Realsucher wird es schwierig.

In Bezug auf den Verwacklungsschutz sollte man die richtige Brennweite einstellen. Bei Olympus auf die Einstellung des IS gehen und „Info“ drücken, dann kann man die Brennweite einstellen. Man kann, zumindest bei der E-M1 Mark II, auch die gesamte Objektivbezeichnung im Menü eingeben und über Tastendruck aktivieren. Sehr praktisch, wenn man viele manuelle Linsen hat.

Die Bildbeispiele zeigen, dass man sehr gut mit der Linse arbeiten kann und sie eben diesen besonderen, träumerischen Effekt hervorruft. Kommt natürlich bei Blumen sehr gut an, bei Architektur oder technischen Motiven eher weniger. Demnächst möchte ich die Linse auch beim Filmen einsetzen.

Vorne in der Linse gibt es kleine Plastikeinsätze, Bokeh Blades genannt, mit dem man den Bokeh-Effekt noch strukturieren kann. Diese Funktion habe ich noch nicht eingesetzt, da der Hintergrund auch so schon strukturiert genug war. Werde ich mal bei ruhigen Hintergründen ausprobieren.

Der erste Eindruck ist sehr gut. Leider ist die Linse in Deutschland nur schwer zu bekommen nd bei dem Händler, wo ich sie bestellt habe, auch schon wieder ausverkauft.