Warum liegt da Stroh?

M7175401Reinhard Wagner ist mir zuvorgekommen. Das Thema schwirrt mir aber schon länger im Kopf herum.

Seit etwa einem halben Jahr bin ich auf Facebook im Bereich der Peoplefotografie angemeldet und entsprechend in mehreren Gruppen zu diesem Thema angemeldet.

Am Anfang fand ich viele Fotos interessant, gut gemacht und sehenswert. Aber inzwischen hat sich dieses Interesse sehr reduziert. Es gibt eine Handvoll Fotografen, die wirklich gute Arbeiten zeigen. Wo man merkt, da ist mehr dahinter. Aber bei anderen stellt sich Langeweile ein. Wieder ein Bild wie viele andere.

Warum machen wir Personenfotos und Porträts?

Meiner Meinung nach lassen sich die Fotos in vier Bereiche einteilen: eigene Erinnerung, eine Geschichte erzählen, künstlerische Darstellung und schließlich Werbung. Da ich mal davon ausgehe, dass Werbefotos eher weniger in den sozialen Medien und Webseiten veröffentlicht werden, so bleiben die ersten drei Bereiche. Jeder Bereich hat seine Berechtigung und in jedem Bereich kann man schöne und ansprechende oder schlechte und langweilige Fotos machen.

Aber für wen sind die Fotos interessant? Und da lege ich mich jetzt mal fest: Die erste Kategorie, die Fotos zu eigenen Erinnung, sind nur für die abgebildeten Personen, deren Bekanntenkreis und vielleicht für den Fotografen interessant.

Allgemeines Interesse entsteht erst in dem Bereich der Geschichtenerzählung und der Kunst. Und das sind genau die Fotos, die mir gefallen.

Leider fallen jedoch 80% der Fotos in den ersten Bereich. Da liegt einfach zu viel Stroh herum. Dabei ist der Grad zwischem persönlichem Interesse und allgemeinem Interesse unscharf und fließend und beide Fotos können in einem Shooting entstehen.

Anders kann man es auch so ausdrücken: Es gibt abbildende Fotografie und bildgebende Fotografie. Wer sein Model vor einen schönen Hintergrund stellt, eine kleine Blende wählt (macht ja schön unscharf) und abdrückt macht garantiert ein Foto der ersten Kategorie. Es kann ein schönes Foto sein, und es ist ein schöner Einstieg in ein Shooting.

Aber dann sollte der Fotograf (oder auch das Model) beginnen, eine Geschichte zu erzählen. Was kann an diesem Ort passieren, welche Gefühle kann man darstellen. Wie kann man die eigene Persönlichkeit so zeigen, dass das Bild für Außenstehende, insbesondere Nicht-Fotografen, interessant wird und zum Nachdenken anregt. Vielleicht eigene Erinnerungen wecken. Emotionen zeigen. Damit haben wir dann Bilder der zweiten Kategorie erreicht.

In der dritten Kategorie, der künstlerischen Darstellung, sind die Voraussetzungen wieder andere. Man möchte keine Geschichte erzählen, sondern ein Bild machen, das einfach „schön“ aussieht. Wie ein Bild, dass man sich an die Wand hängt, wie eine gute Landschaftsaufnahme. Beispiele dafür sind die Bilder von Jamari Lior und Laura Helena.

Zum Schluß: Warum liegt hier Stroh? Da verweise ich einfach mal auf das Internet.

Wer mehr zu diesem ganzen Themenblock wissen möchte, dem empfehle ich, wie Reinhard Wagner, die Seiten von Hauke Fischer.

Und schließlich ein Bild mit Stroh, dass aber für mich in die zweite Kategorie fällt:M7175590

 

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